Unternehmensfinanzierungen ohne Banken über den Kapitalmarkt mit Private Placements oder mit einem Börsengang. Beteiligungsorientierte Finanzierungen anstatt Kreditfinanzierungen, die in die Verschuldung führen.
Weltweit haben die Notenbanken die Gelddruck-Presse angeworfen und produzieren jeden Monat weit über Euro 200 Mrd. frisches Papiergeld, damit die jeweiligen Staaten ihre Verbindlichkeiten bedienen oder ihre Wirtschaft am Laufen halten können. Bargeld als Banknoten drucken - sofern es nicht dem Ersatz alter Geldscheine dient oder nicht synchron mit geschaffenen volkswirtschaftlichen Werten und Leistung verläuft - hat einen Zusammenhang mit Geldwertstabilität und mit Inflation als Geldwertvernichtung, erläutert der Kapitalmarktjurist Dr. Horst Werner ( www.finanzierung-ohne-bank.de ) und beschreibt die Abhänigkeit des Lebensstandards sowie der Kaufkraft von Bürgern in einer Volkswirtschaft von der umlaufenden ( oder gar künstlich aufgeblähten ) Geldmenge. Wie im richtigen Leben bekommt man Geld nur für eine erbrachte Gegenleistung. Das sollte volkswirtschaftlich genauso sein. Aber die zum Gelddrucken monopolisierten Zentralbanken in den USA, Europa und Asien drucken seit geraumer Zeit frisches Geld auch ohne eine tatsächliche gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung. Daraus ergeben sich - sofern die Gelddruckmaschinen nicht alsbald wieder abgestellt werden - nicht unerhebliche Risiken für die Weltkonjunktur und den Wohlstand vieler Länder.
Geld ist lediglich bedrucktes Papier ohne einen Wert aus sich heraus. Papiergeld lebt allein von dem Glauben und manchmal auch nur von der Illusion der Verwender, dass die auf dem Papier aufgedruckten Zahlen einem Sachwert von Wirtschaftsgütern oder Dienstleistungen in gleicher Höhe entsprechen. Soweit Dritte den bezifferten Wertglauben teilen, kann Papiergeld seine Funktion als „abstrahiertes Tauschmittel“ erfüllen. Es muss nicht mehr auf der Grundlage von Wertgleichheit „Ware gegen Ware“ getauscht werden, sondern „Ware gegen das Abstraktionsmittel Geld“. Der Empfang des Papiergeldes erfüllt nur seinen Zweck, wenn wiederum ein nächster Dritter den Glauben an den auf dem Papier aufgedruckten Wert teilt. Ist dies nicht der Fall, hat das Papiergeld nur einen illusionären Wert, das nicht einmal das Papier Wert ist, auf dem es gedruckt wurde. Papiergeld braucht also einen allgemein anerkannten Deckungsstock an ( als gleichwertig empfundenen ) Sachwerten oder Dienstleistungen. Materielle Wirtschaftsgüter oder Dienstleistungen wiederum sind in ihrem Wert abhängig von der Nachfrage dieser Güter an einem Austauschmarkt. Nur dann schreiben wir diesem Wirtschaftsgut einen „inneren Wert“ zu. Wenn niemand ein Kunstwerk von van Gogh nachfragt, wäre ein Bild von diesem Künstler praktisch wertlos. Oder ein Grundstück – prinzipiell werthaltig – auf dem Mars gelegen, fragt niemand nach und hat deshalb keinen bezifferbaren Wert bzw. keinen Geldpreis.
Geld und Geldwert sind also von mehreren Voraussetzungen konditioniert. Liegt dem Papiergeld kein allgemein anerkannter Sachwert-Deckungsstock zugrunde, ist gedrucktes Bargeld eine reine Illusion. Damit Papiergeld und Wirtschaftsleistung als Deckungsstock im Wertgleichgewicht bleiben, ist in jeder Wirtschaftsordnung die Lizenz zum Gelddrucken staatlich monopolisiert und regelmäßig bei den sogen. Zentralbanken der einzelnen Länder und Staaten angesiedelt. Deren Aufgabe ist es, auf die Gleichgewichtigkeit von Geldmenge und Sachwertstock zu achten, damit der auf Papier aufgedruckte Zahlenwert mit einem (nachgefragten) Sachwert in der Waage bleibt.
Seit über einem Jahr leben wir jedoch in einer Welt, in der die wichtigsten Zentralbanken neue Banknoten vollkommen unabhängig von einem nachgefragten Sachwert in unvorstellbaren Mengen ( in Billionen-Höhe - also mehrere Tausend Milliarden Dollar, Euro, Yen, Pfund etc. ) frisch drucken und in den Geld- und Wirtschaftskreislauf pumpen. Es gilt fast das Motto: Wer kann schneller und mehr Drucken ? Die us-amerikanische Zentralbank FED druckt zur Zeit jeden Monat rund Dollar 85 Mrd., damit die USA in ihrem Staatshaushalt genügend Papiergeld zum Bezahlen ihrer Schulden und Verbindlichkeiten zur Verfügung haben. Sie drucken Papiergeld ohne Sachwertstock und abgekoppelt von der Produktivitätsleistung; genauso die Europäer durch die EZB und ebenso hemmungslos die Japaner und die Briten. Ist dann eines Tages z.B. doppelt soviel frisch gedrucktes Papiergeld im Umlauf als Sachwerte vorhanden sind, hat sich der tatsächliche Wert eines Wirtschaftsgutes nach aufgedruckten Papiergeldzahlen halbiert. Wegen der überdimensionierten Papiergeldmenge muss dann in unserem gedachten Zahlenbeispiel ein Rentner für ein Pfund Butter nicht mehr wie vormals Euro 0,90 Cent, sondern Euro 1,80 zahlen. Die staatlich gedruckte Papiergeldmenge verändert aber nicht das Renteneinkommen unseres Muster-Pensionärs: die Rente bleibt gleich. Unser Beispiels-Rentner kann sich also nach dem Frischgeld-Drucken nur noch die Hälfte an Sachgütern kaufen. Der Papiergeld-Wertverlust hat in diesem Falle seinen Wohlstand halbiert. Die künstlich aufgeblähte Frischgeldmenge hat dann die Wertstabilität des Papiergeldes mit dem Ergebnis vermindert, dass der Lebensstandard der Menschen und Bürger staatlich verordnet abgesenkt wurde. Genau dies ist das, was derzeit weltweit passiert: Gedruckt wurde das Frischgeld schon; unser gedachter Beispielsrentner war nur noch nicht beim Einkaufen – noch spürt er also nicht die Geldwertvernichtung als Inflation und lebt deshalb in einer beruhigten Illusion. Das ist wie mit einem aufziehenden Unwetter oder Gewitter, welches noch zwanzig Kilometer entfernt ist: Wieso schlechtes Wetter (?), es regnet doch gar nicht ! Die Illusion des Augenblicks ist (noch) beruhigend, aber zu kurzsichtig.