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Unternehmensfinanzierungen ohne Banken über den Kapitalmarkt mit Private Placements oder mit einem Börsengang. Beteiligungsorientierte Finanzierungen anstatt Kreditfinanzierungen, die in die Verschuldung führen.

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Realkapital zur Wertschöpfung anstatt Spekulationskapital für Buchgewinne ohne Produktivitätsfortschritt

Das Realkapital ( Sachkapital ) dient der Wertschöpfung und der Unternehmensfinanzierung zur Investition in die Herstellung von Produkten und Sachwerten mit der Schaffung von Arbeitsplätzen, um Verbrauchern und Menschen nützlich zu sein. Im Gegensatz dazu steht das Spekulationskapital, das in spekulative Geldanlagen, in Derivate und Börsenfinanzinstrumente sowie in weltweite Tradinggeschäfte wandert und lediglich Buchgewinne produzieren kann. Die Gefahr des Spekulationskapitals besteht darin, eine am Ende wertlose, riesige Spekulationsblase aufzubauen, die nicht durch reale Sachwerte unterlegt ist. Das Volumen des Realkapitals hat mangels größerer Ertragsrenditen deutlich gegenüber dem Spekulationskapital verloren. Dies ist schnell nach zu vollziehen, wenn die Großbanken international die Parole von 25 % Eigenkapitalrendite ausgeben. Dementsprechend hat sich das Spekulationskapital in den letzten Jahren überdimensional aufgebläht, ohne tatsächliche Wert zu schaffen. Die Dimension des Spekulationskapitals hat weltweit ein solches Volumen und Ausmaß angenommen, dass es mit seinen Spekulationsblasen die Realwirtschaft der Unternehmen und der Staaten gefährdet. Die Kumulation von aggressiver Staatsverschuldung einerseits und die ins Unermeßliche gestiegene Spekulationswirtschaft der "Investmentzocker" andererseits gefährdet die Weltwirtschaft. Einen Vorgeschmack davon hatte die Subprimekrise in den Jahren 2008/2009 geliefert.

Zehnmal mehr Gelder der Spekulationswirtschaft ( des vornehm genannten "Investmentbankings" ) fließen weltweit in spekulative Börsen-Finanzgeschäfte als in Unternehmen zur Sachwert-Finanzierung oder in wertschöpfende Produktentwicklungen. Die klassische Unternehmensfinanzierung durch die Kreditwirtschaft mit Real-Kapital hinkt immer mehr hinterher. Das Spekulationskapital an den Börsen dominiert die übriggebliebenen "Brosamen" eines Realkapitals für Unternehmen und für Arbeitsplätze zur Produktion von Waren und Gütern. Das hat vor allen Dingen fünf Gründe:

(1) Spekulationsgelder sind wie Lotterieeinsätze von der Hoffnung getragen, bei den Finanzmarktinstrumenten an den Börsen dieser Welt wesentlich höhere Renditen im zwei- bis dreistelligen Bereich manchmanl innerhalb weniger Tage erzielen zu können.

(2) Die spekulativen Finanzanlagen sind international investierbar und nicht standortgebunden, was diese Gelder einer nationalen Kontrolle und einer staatlichen Erfassung zur Besteuerung leichter entziehen lässt. Der Transfer derartiger Gelder in Steueroasen mit striktem Bankgeheimnis ( z.B. Singapur ) ist unproblematisch möglich.

(3) Finanzanlagen haben gegenüber der Finanzierung der Realwirtschaft den Vorteil, dass sie bürokratiebefreit sind und zudem nicht mitarbeiterintensiv sind. Hunderte von Millionen Dollar lassen sich, ohne Mitarbeiter zu beschäftigen, unproblematisch anlegen. Börsen-Finanzanlagen erfordern nur einen geringen Arbeitsaufwand. Sachwertanlagen sind arbeitsintensiv.

(4) Finanzanlagen an den internationalen Börsen sind hoch liquide und haben damit nicht den Nachteil einer längerfristigen Kapitalbindung. Gelder für die Realwirtschaft rentieren sich nur bei einer mittel- bis längerfristigen Anlage.

(5) Durch die Internationaliät der Finanzanlagen sind Transaktionen von Geldern jeder Besteuerung entzogen. Die Realwirtschaft kennt weltweit die Ertragsbesteuerung und die Umsatzsteuer. Eine Umsatzsteuer auf Finanzmarktgeschäfte - eine Transaktionssteuer – gibt es in den wichtigsten Börsenländern nicht. Es findet also praktisch weder eine Umsatz- noch eine Gewinnbesteuerung statt.

Der Kapitalmarkt zur „Finanzierung der Realwirtschaft“ ( www.finanzierung-ohne-bank.de ) scheint somit hoffnungslos von den internationalen Spekulationsmärkten abgehängt. Die zusätzlichen billigen Gelder der Zentralbanken Ende 2011 und Anfang März 2012 sollten nach dem Willen der EZB die Banken zur Kreditvergabe und Finanzierung der Realwirtschaft nutzen, um einer möglichen Kreditklemme entgegenzuwirken. Investitionen sollten dadurch angeregt werden und das Wirtschaftswachstum könnte positive Wirkungen auf das Gemeinwohl: auf die Beschäftigung, die Sozialabgaben und die Steuern haben. Das war aber wohl ein "Wirtschaftstraum". Weiterhin vagabundieren täglich Billionen von Dollars und Euros als Spekulationsgelder rund um die Börsen-Welt, ohne den Menschen zur Finanzierung der Realwirtschaft – den Unternehmen, den Erfindern oder den Kleingewerbetreibenden oder den Gründungswilligen – dienlich zu sein. Derjenige, der sich selbstständig machen möchte - der nicht nur für sich, sondern auch für andere einen Arbeitsplatz schaffen möchte - und dazu z.B. Euro 25.000,- benötigt, schaut fassungslos zu, wenn er von den Billionen-Bilanzsummen der nationalen und internationlen Banken hört und liest. Der Kreditsuchende ist fassungslos, wenn er lesen kann, dass die Banken jede "Schrottanleihe" zur Besicherung bei der EZB hinterlegen können und dafür Unsummen an Geldern geliehen bekommen, er selbst aber mit seinen Besicherungsmitteln bei den Banken gegen die Kreditablehnungs-Wand läuft.

Es ist also für einen ( werdenden ) Unternehmer kaum verständlich, wenn die EZB und die us-amerikanische FED die Banken mit tausenden von Milliarden Euros und Dollars "füttern", er selbst aber wegen einer Kreditlinie von nur Euro 50.000,- einen aussichtslosen Kreditstress auf sich nehmen muss und chancenlos bleibt. Finanzierungsgelder als Realkapital zur nützlichen Wertschöpfung mit Beschäftstigungswirkung haben immer weniger Chancen gegenüber dem Spekulationskapital.

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